Die Wahl ist entschieden. Ich gratuliere allen Bundesrätinnen und Bundesräten zur Wiederwahl. Sie stehen in den nächsten vier Jahren vor grossen Herausforderungen. Die Klima- und Umweltkrise wird unseren Alltag immer stärker prägen. Konsequente Lösungen können nicht mehr länger hinausgeschoben werden. Auch die Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarländern steht auf dem Prüfstand. Und die Sozialwerke und das Gesundheitswesen müssen an die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft angepasst werden. In all diesen Fragen – und in vielen mehr – soll es endlich vorwärts gehen.

Wir Grünen waren und bleiben bereit, in dieser Zeit der Umbrüche Regierungsver­antwortung zu übernehmen. Wir waren und bleiben bereit, in der Landesregierung an nachhaltigen Reformen mitzuarbeiten. Wir waren und bleiben bereit, im Rahmen des Konkordanz-Systems Brücken zu bauen. Gerade auch zu den beiden starken Bewegungen, welche die Wahlen in diesem Herbst geprägt haben: Die Klimabewegung und die Frauenbewegung.

Beide Bewegungen haben zu einer historischen Verschiebung der politischen Kräfte im Parlament geführt. Trotzdem hat die Bundesversammlung den Grünen keine Regierungsverantwortung übertragen. Die Verteidigung der alten Machtformel war stärker als der Wunsch vieler Menschen nach einem Wandel.

Ich bedanke mich bei allen, die mich in den letzten Wochen unterstützt haben und der GRÜNEN Fraktion, die mich nominiert hat. Den Menschen, die mir geschrieben haben und den Wissenschaftler/innen und Kultur­schaffenden, die sich öffentlich für meine Wahl engagiert haben.

Ich danke insbesondere auch der SP. Sie hat – neben den Grünen – als einzige Partei die Regeln der Konkordanz in einer neuen Parteienlandschaft respektiert. In vier Jahren finden wieder nationale Wahlen statt. Es ist an der Bevölkerung, dann ein noch deutlicheres Zeichen zu setzen und die Kräfte der Nachhaltigkeit und der Zukunft zu stärken.

Doch bis dann können wir mit den nötigen Reformen nicht warten. Wir GRÜNEN werden alles tun, um rasch die nächsten grossen Schritte für den Klimaschutz, den sozialen Ausgleich und die Gleichstellung anzupacken.

Wir bleiben dran im Parlament, mit einer gestärkten Fraktion von 35 Mitgliedern im Nation- und Ständerat. Wir sind auch bereit, in der Regierung Verantwortung für die Lebensqualität und die Lebensperspektiven der jungen Generation zu übernehmen. Die Wählerinnen und Wähler haben uns Grüne im Herbst zur viertstärksten Partei gemacht, weil sie eine Veränderung in der Politik wollen. Und genau für diese Veränderung werden wir uns auch in Zukunft mit aller Kraft engagieren, sachlich, konstruktiv und transparent. Die Menschen können auf uns zählen!